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Organisation

Ziele und Aufgaben

Die MRE-Rümelingen nimmt Rümelinger Schulkinder zwischen 3/ 4 und 12/13 Jahren auf. Initiator und Träger ist die Gemeinde Rümelingen. Die sozialpädagogische Umsetzung des Projektes übernimmt die asbl « Foyer de la Femme ». Die MRE- Rümelingen arbeitet eng zusammen mit den Rümelinger Schulen, den anderen Spezialeinrichtungen der Stadt Rümelingen sowie den unterschiedlichen lokalen Vereinigungen, die denselben Zielen verpflichtet sind. Neben der Stadtverwaltung und dem Verwaltungsrat des « Foyer de la Femme » ist das zuständige Familienund Integrationsministerium ein wichtiger Partner.

Das erste Ziel der MRE- Rümelingen ist für die Eltern der Schulkinder in Rümelingen die Vereinbarung von Familie und Beruf. Die meisten Mütter und Väter haben schon aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus kaum die Möglichkeit, der Kindererziehung wegen auf ihren Beruf zu verzichten. Dies gilt besonders für die steigende Zahl alleinerziehender Eltern. Zum anderen sind unsere Gesellschaften darauf angewiesen, das möglichst viel Erwachsene das bestehende Wirtschafts- und Sozialsystem aktiv mittragen. Im Rahmen der Lissabon- Strategie der Europäischen Union haben sich die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, dass bis 2010 wenigstens 60% der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren einen Beruf ausüben und entsprechend Sozialbeiträge leisten. Trotz beachtlicher Fortschritte lag 2006 dieser Anteil in Luxemburg erst bei 55%. National und internationale Umfragen belegen, dass fehlende Betreuungsstrukturen der wichtigste Grund sind, warum Eltern sich dazu entscheiden, dass einer der beiden zumindest vorübergehend ganz oder teilweise auf seinen Beruf verzichtet.

Die wenigsten Eltern unserer Zeit können ihren Beruf zu Hause ausüben. Sie müssen in aller Regel dafür täglich ihre Wohnung und auch ihren Wohnort verlassen. Zudem entscheiden sie selbst bestenfalls bedingt über ihre Arbeitszeiten. Häufig wird diesbezüglich mehr oder weniger viel Flexibilität erwartet. Immer seltener können Mütter und Väter auf « informelle » Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen. Großeltern sind weniger bereit, ihrer Enkel wegen auf sonstige Ansprüche zu verzichten und an allen Wochentagen Erziehungspflichten zu übernehmen. Andere Omas und Opas wohnen weit weg und stehen bestenfalls für « Urlaubsvertretungen » zur Verfügung.

MRE im Allgemeinen sorgen in flexibler Art dafür, dass während der Arbeitszeiten der Eltern und außerhalb der Schulstunden Kinder sich nicht selbst überlassen sind. Doch verstehen die sich keineswegs als bloße Aufbewahrung- oder Überwachungsanstalten. Sie wollen die Betreuungszeit als pädagogische Chance nutzen, um komplementär zu Familie und Schule an der Erziehung der Kinder mitzuwirken.

Die MRE- Rümelingen ist eine Bildungseinrichtungen, die vor allem auch außerschulische Bildungsaufgaben übernimmt: ganzheitliche Förderung individueller und kollektiver Ressourcen, Vermittlung bürgerschaftlicher Grundwerte (Respekt, Dialog Solidarität, Autonomie, Verantwortung, Integration und Partizipation, Vermittlung einer gemeinsamen Umgangssprache, Förderung der Kreativität…

Die MRE- Rümelingen fördert die schulische Integration der Kinder. Sie will vor allem dazu beitragen, dass die für schulisches Lernen erforderlichen Voraussetzungen stimmen. Dazu gehört nicht nur, dass Kinder Zugang zu Büchern haben und die Umgangssprache lernen. Kinder gewinnen Kraft und Motivation für das schulische Arbeiten, wenn sie körperlich, mental, seelisch und sozial im Gleichgewicht sind. Dies fördert die MRE- Rümelingen, wenn sie Zeit und Raum schafft fürs Spielen, Tollen, Träumen, Kuscheln, Trösten, Herausfordern und Ermutigen. Beim Thema der schulischen Integration steht selbstverständlich das leidvolle Problem der Hausaufgaben mit an.

Von der Zusammensetzung der Kindergruppe her ist die MRE- Rümelingen « Multi-Kulti ». Die Kinder sind in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich: Geschlecht, Alter, Gesundheit, Nationalität, Ethnie, Sprache, kulturelle Tradition, Religion, finanzielle Ressourcen der Familien, Beruf und Sozialstatus der Eltern… Die Verantwortlichen der MRE- Rümelingen werten diese Tatsache als wichtige Erziehungschance. Das Miteinander in der MRE- Rümelingen wird zu einem Sozialatelier, in dem unschätzbare Erfahrungen für später gesammelt werden. Der Einsatz, um den es mit dabei geht, ist die soziale Kohäsion in unseren Wohnorten, in unserem Land und darüber hinaus in Europa.

Die MRE- Rümelingen will dazu beitragen, möglichst vielen Kindern optimale Startchancen zu schenken. Es ist unannehmbar, dass bestehende Benachteiligungen (materielle Armut, Krankheit, Behinderung, Unkenntnis der Umgangssprache, mangelnde Förderung durch die Familie, Erfahren von Vernachlässigung und Gewalt durch das soziale Umfeld verstärkt werden. Dann werden schuldlose Kinder Opfer einer unglückseligen Teufelsspirale der Aussonderung und Abweisung.

Die MRE- Rümelingen wertet die internationale Kinderrechtskonvektion, die die UNO 1989 angenommen und die unser Land 1993 ratifiziert hat, als wichtiges Referenzdokument, an dem sich das pädagogische Konzept und seine Anwendungen anzurichten hat.

Organisation des Alltags

Vier Überlegungen stehen dabei im Mittelpunkt:

a) Kinder im Gleichgewicht

Das Leitmotiv der MRE- Rümelingen heißt « Kinder im Gleichgewicht ». Damit greift die Einrichtungen vorerst ein wichtiges Anliegen auf, das die Regierung unter der gemeinsamen Federführung mehrerer Ministerien umsetzen möchte: Ernährung sowie körperliche Aktivierung und Geschicklichkeit.

Der Anspruch von Kindern im Gleichgewicht greift aber weiter und meint letztlich eine globale Förderung der vielen unterschiedlichen Ressourcen sowie die Berücksichtigung aller für eine gesunde Entwicklung relevanter Ansprüche. Wer den Erziehungsalltag im « Gleichgewicht » gestalten möchte, muss zur erzieherischen Mitte finden zwischen

  • Arbeiten und Ruhen
  • Lernen und Spielen
  • Konzentrieren und Entspannen
  • Denken und Erfahren
  • Verstehen und Fühlen
  • Gemeinschaft und Rückzug
  • Fordern und Fördern
  • Leisten und Träumen
  • Überlegen und Handeln
  • Strukturen und Zuwendung
  • Konsequenz und Geborgenheit
  • Wärme und Sicherheit
  • Nähe und Distanz

b) Informelles « Er-Fahren »

Das Wirken der MRE im Allgemeinen und der MRE- Rümelingen im Besonderen gestaltet sich vorerst « informell », über die « Er-fahrung », die fünf Sinne, die Atmosphäre, den « Hausgeist », Gewohnheiten und Rituale, die Strukturierung von Raum und Zeit, Einrichtung und Dekoration, die Haltung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie ihr « esprit d’accueil » (Kindern ohne Worte vermitteln, dass sie alle willkommen sind).

Das informelle Erfahren prägt Kinder nachhaltig und wird somit zum wesentlichen Erziehungsinstrument einer MRE. « Informell » heißt in diesem Kontakt allerdings nicht, dass es seitens des Teams mit « gutem Willen » und etwas Improvisationstalent getan ist. Hohe Professionalität ist gefordert:

  • Aufstellen eines Tages- und Wochenprogrammes, Definition von Fixpunkten
  • Einführung unterschiedlicher Rituale (beim Kommen und Gehen, vor und nach den Mahlzeiten, bei Geburtstagen und sonstigen Feiern) ;
  • Aufgabe, einen Ausgleich zu schaffen für Schule und schulisches Lernen, viel Zeit für Bewegung, Spiel und Tollen ;
  • Definition verbindlicher Verhaltensregeln : allgemeines Verhalten, Umgang mit Differenzen, Ordnung, Hygiene, Sauberkeit, Sicherheit, während der Mahlzeiten, beim Arbeiten, Benutzung der Räume und des Mobiliars… ;
  • Einführung einer Pädagogik der Konsequenz
  • Bereitschaft, auf die aktuellen Bedürfnisse und Ansprüche der Kinder einzugehen ;
  • Bereitschaft, die Gefühle und Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihnen Zusammen aufzuarbeiten ;
  • Aufstellen von individuellen Erziehungs- und Förderplänen (dies in Absprache mit Eltern und Lehrern) ;
  • Qualität der Basisversorgung : gutes Essen, Rückzugsmöglichkeiten, freundliche und gelassene Atmosphäre, materielle Sicherheit ;
  • Schulische Unterstützung (ohne dass die MRE- Rümelingen zum unkritischen « verlängerten Arm » der Schule wird) ;
  • Einbinden der Kinder, Einführung von Partizipationsformen (z.B. Gesprächsrunden) ;
  • Planung und Evaluation im Team.

Im Tages- und Wochenprogramm bleibt selbstverständlich Platz für « formales » Lernen, Arbeiten und Gestalten: Hausaufgabenbegleitung, unterschiedliche Ateliers, Besuche und Begegnungen. Siehe dazu folgende Kapitel des Konzeptes.

c) Umgang mit « Verhaltensauffälligkeiten »

  • Wie Familie und Schule ist die MRE konfrontiert mit den Verhaltensauffälligkeiten mancher Kinder. Die MRE- Rümelingen weiss sich dabei folgenden Reaktionsprinzipien verpflichtet :
  • Der Umgang in der MRE muss gewaltfrei bleiben. Weder Erwachsene noch Kinder haben das Recht, körperliche, verbale, psychische oder gar sexuelle Gewalt anzuwenden. Jedes Kind hat das Recht, vor jeder Form von Gewalt geschützt zu werden.
  • Verhaltensauffälligkeiten der Kinder müssen dokumentiert und im Team miteinander angesprochen werden. Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sie verstehen und einschätzen lernen, dass sie miteinander absprechen, wie sie im Interesse der betroffenen Kinder und der Kindergruppe damit angepasst umgehen.
  • Die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder sind Thema der Absprachen mit Schule und Eltern. Dabei müssen etwaige Maßnahmen sich miteinander sinnvoll vernetzen und ergänzen.
  • Die MRE- Rümelingen bildet ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dahin weiter, dass sie mit großer Sensibilität und höherer Fachkompetenz gezielt auf verschiedene Verhaltensauffälligkeiten zu reagieren vermögen. (z.B. Ausbildung für die Nutzung des « Air tramp »).
  • Effektive oder vermutbare Schwierigkeiten der Kinder, die die Zuständigkeit oder die Sachkompetenz der MRE- Rümelingen sprengen, müssen an die zuständigen Stellen signalisiert warden (Jugendrichter, Arzt, Polizei, Behörden).

d) Zuwendung

Die kostbarste Gabe der Erzieherinnen und Erzieher ist ihre authentische Zuwendung den Kindern gegenüber: Respekt, Wertschätzung, Wärme, Geborgenheit, Zuverlässigkeit, Loyalität, Offenheit, Sensibilität, Festigkeit… Auf diese Art schaffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragende und orientierende Bindungen. Dabei dürfen sie nicht den Anspruch erheben « bessere Eltern » sein zu wollen oder gar Eltern abzulösen. Über den Weg der Supervision muss verhindert werden, dass engagierte und wohlmeinende Erzieher in die « Bindungsfalle tappen », die Kinder emotional vereinnahmen oder sich selbst affektiv erpressen lassen. Dort, wo dies gelingt, erleben Kinder und Erwachsene im Rahmen der MRE wunderbare « Sternstunden ».

Freizeitgestaltung

Oft verfügen Kinder auch außerhalb der MRE über wenig Freizeit. Die meiste verfügbar Zeit ist von vornherein verplant: Mahlzeiten, Schulaufgaben, Kommen und Gehen, Hygiene und Sicherheit. Es bleibt häufig kaum Zeit für viele andere wichtige Anliegen:

  • Gezielte Initiativen, Musizieren, Basteln, Szenenspiele, Malen, Besuch von Ausstellungen oder in Museen, Naturerfahrungen, Pflege von Tieren und Pflanzen, Arbeit im internen Garten,
  • Kommunikation, Sprache über, Geschichten erzählen und vorlesen, Gruppenregeln einüben, Gesprächsstunden, « Heimatkunde », seine Gemeinde erkunden, die örtliche Geschichte kennen, lokale Feste mitgestalten.

Bei der Gestaltung unterschiedlicher Projekte und Ateliers möchte die MRE- Rümelingen nicht nur auf eigene hauptamtliche, sondern auch auf freie neben- oder ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Rümelingen und Umgebung oder aus den Reihen des « Foyer de la Femme » zurückgreifen (z.B. Trainer und Jugendleiter unterschiedlicher lokaler Vereinigungen). Ein wichtiger Bestandteil sind die intergenerationalen Kontakte (z.B. CIPA, Tagespflegeheim, Club Senior).

Die MRE- Rümelingen ist nicht nur während der Schulzeiten, sondern teilweise auch in den Schulferien geöffnet. Diese Wochen sind natürlich « hohe Zeiten » der Freizeitgestaltung. Dabei kann die MRE- Rümelingen auf die reiche Erfahrung des Feriendienstes des « Foyer de la Femme » zurückgreifen.

Freizeit sollte nach dem Leitsatz der Kinder im Gleichgewicht selbstverständlich auch « freie » Zeit sein, wo Kinder die « Seele baumeln lassen » dürfen. Zeiten sind kostbar, in denen frau/man trödeln und träumen darf, die frau/man vertan oder verlieren kann, die unverplant und ganz « gratis » sind. Es gehört zu den Aufgaben der MRE-Rümelingen, Kindern solche Zeiten zuzusichern und Ecken so zu gestalten, dass sie Kindern dafür zur Verfügung stehen.

MRE und Schule

Schule und MRE sind gleichwertige und komplementäre Erziehungspartner, die im Interesse der Kinder und in Zusammenarbeit mit den Eltern gewissermaßen auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten.

Wie weiter oben ausgeführt stehen außerschulische Bildungsziele im Fokus der MRE. Wenn sich die MRE exklusiv schulischen Bildungsaufgaben widmet, verpasst sie ihre spezifische Mission. Damit auch werden wichtige Prämissen für das schulische Arbeiten und den schulischen Erfolg verpasst. Einmal mehr gilt der Leitspruch, dass nur Kinder im Gleichgewicht sich gut zu entwickeln vermögen.

Hausaufgaben gehören zu den kaum umstrittenen Pflichten der Kinder, so weit dabei wichtige Prinzipien beachtet bleiben. Es geht dabei zum einen über eine altersangepasste Dauer und zum anderen um den Sinn der Hausarbeit. Es ist keineswegs die Aufgabe weder der Eltern noch des Personals einer MRE, Lernstoff zu mitteln oder Lehrversäumnisse zu kompensieren. In diesem Zusammenhang will die MRE- Rümelingen den diesbezüglichen Anweisungen des Unterrichtsministeriums Rechnung tragen. Es geht nicht an, dass Kinder über Hauaufgaben und Strafübungen längere Arbeitstage bewältigen müssen als Erwachsene.

Es ist unumgänglich, dass die Rümelinger Schulen und die MRERümelingen unter die Regie der Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist seitens aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Haltung des Respekts und der Loyalität. Wichtige Förderer und Vermittler beim gegenseitigen Dialog sind die Schulkommission und das Schulinspektorat.

Gesundheitspflege

In Stichworten werden hier nochmals wichtige Aspekte der Gesundheitspflege in der Mre-Rümelingen genannt:

  • Essen
    • Gesunde, ausgewogene und schmackhafte Nahrung
    • Zwischenmahlzeiten, Obst, Milchprodukte
    • Ausreichend Zeit zum Essen
    • Mahlzeiten ohne Stress und Hektik
  • Hygiène
    • Händewaschen besonders vor den Mahlzeiten und nach dem Toilettengang
    • Zähneputzen nach dem Essen
  • Bewegung
    • Spielen und Tollen, Sport, Tanz
    • Aktivitäten in der frischen Luft
  • Sicherheit
    • Diszipliniertes Verhalten der Kinder
    • Unterbinden jeder Form von Gewalt
    • Umgangsregeln innerhalb- und außerhalb der Gebäude
    • Training im Bereich Verkehrssicherheit
  • Kompetente Betreuung kranker Kinder
    • Dokumentation der Probleme und der in der MRE erforderliche Betreuung (z.B. Nahrung, Medikamente)
    • Betroffene Kinder spezifisch betreuen, ohne sie zu verhätscheln
    • Besonders intensive Kontakte mit den Eltern und den betroffenenen Lehrern
  • Entspannungsübungen
  • Psychomotorische Förderung (z.B. Air Tramp).

Im Bereich der gesundheitlichen Erziehung orientiert sich die MRE Rümelingen an den verschiedenen Informations- und Sensibilisierungsprogrammen des Gesundheitsministeriums und der dort angeschlossenen Gesundheitsdirektion (z. B. Informationsmaterial oder Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).

Werte und Ideale

Hier gilt nochmals der Verweis auf die bereits zitierte Kinderechtskonvention (UNO, 1989). Zum einen lassen sich daraus wesentliche deontologische Prinzipien ableiten:

  • Entscheidungen sind dahin zu hinterfragen, ob sie dem « höheren Interesse » des Kindes Rechnung tragen (Art. 3).
  • Kein Kind darf diskriminiert werden (Art. 2.)
  • Jede Form von Gewalt ist strikt verboten (u. a. Art. 19).
  • Kinder haben in allen Fragen, die sie betreffen, das Recht, angehört zu werden (u. a. Art. 12).
  • Kinder sollen sich froh entwickeln dürfen (Art. 6). Ein unverzichtbarer Bestandteil sind dabei ein gutes Selbstbewusstsein und ein starkes Selbstvertrauen.
  • IN der MRE- Rümelingen soll das « Accueil » der Kinder geprägt sein durch eine Atmosphäre der Gelassenheit und der Freude.

Wie bereits dargelegt gehört die Vermittlung von Werten und Idealen zu den hohen Aufgaben einer MRE:

  • Respekt, Toleranz ;
  • Streitkultur, Verzicht auf Gewalt, Fairness ;
  • Ehrlichkeit, Bereitschaft, zu seinen Fehlern zu stehen ;
  • Offenheit, Gradlinigkeit ;
  • Solidarität ;
  • Authentizität (seine Bedürfnisse anmelden, Zusagen und Absagen machen können, sich nicht unter Druck setzen lassen);
  • korrektes Benehmen ; Bereitschaft, gemeinsame Umgangsregeln zu respektieren; Achtung vor dem Material;
  • respektvoller Umgang mit Nahrung, Wasser und Energie ;
  • kritischer Umgang mit den Medien.
Partizipative Elternarbeit

In der Erziehung der Kinder sind Familie, Schule und MRE Partner. Die MRE- Rümelingen hat den Anspruch, Eltern respektvoll mit einzubeziehen :

  • informelle Kontakte beim Bringen oder Abholen der Kinder,
  • individuelle und kollektive Information- und Kooperationsgespräche,
  • punktuelle Initiativen, zu denen die Kinder und ihre Familien gemeinsam eingeladen werden (z.B. Wanderung, Spielnachmittag, Grillparty, Weihnachtsfeier).

Dabei sollten die Großeltern nicht vergessen werden. In vielen Fällen « ergänzen » sie den von der MRE geleisteten Betreuungsservice.

Eigenarten der MRE-Rümelingen

Die MRE-Rümelingen berücksichtigt und nutzt bei ihrer pädagogischen Arbeit die Eigenart ihres Standortes:

  • der frühere Grubenort,
  • die Nähe zur Natur,
  • die Mentalität der kleinen Arbeiterstadt,
  • die Lage an der französischen Grenze,
  • die Präsenz zahlreicher unterschiedlicher Sozialeinrichtungen vor Ort,
  • ein reges Vereinsleben besonders im Sportbereich,
  • der hohe Anteil von Nicht-Luxemburger Familien in der Bevölkerung,
  • eine insgesamt starke soziale Kohäsion.

Diese Eigenarten bedingen spezifische Bedürfnisse sowie charakteristische Chancen und Ressourcen.

Qualitätsmanagement

Das pädagogische Konzept muss von den Akteuren vor Ort weitergedacht und weiterentwickelt werden.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen sich regelmäßig zu Teamgesprächen. Dabei werden einerseits organisatorische Dinge geregelt. Zum andern werden individuelle kollektive Betreuungsprojekte erarbeitet. Dabei wird das Team durch eine/n externe/n Mitarbeiterin oder Mitarbeiter begleitet.

Die geleistete Arbeit wird dokumentiert und evaluiert. Die Teilnahme an Supervisionsrunden und Weiterbildungsinitiativen ist besonders für pädagogische Mitarbeiter zugleich ein Recht und eine Pflicht.

Jedes Jahr wird die Qualität des pädagogischen Angebotes durch ein externes Audit überprüft. Die Ergebnisse sind Gegenstand der Teamgespräche und fließen mit ein in das pädagogische Konzept der MRERümelingen.

Organisationsfragen

Die meisten Organisationsfragen werden im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen der Stadtverwaltung Rümelingen und dem „Foyer de la Femme „ geregelt. Andere Fragen werden in der Konvention mit dem Familien- und Integrationsministerium beantwortet.

Bei der Aufnahme von Kindern gelten folgende Prioritäten:

  • die Familien sind sozial gefährdet und/oder verfügen über ein bescheidenes Einkommen;
  • die Eltern sind Alleinerziehende;
  • beide Eltern sind berufstätig;
  • die Familie ist konfrontiert mit besonderen Sorgen und Problemen (Krankheit, Behinderung, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, Gewalt)

Das Team der MRE-Rümelingen erarbeitet ein Hausreglement, das von der Stadtverwaltungsrat des „Foyer de la Femme“ angenommen werden muss. Der Verwaltungsrat des „Foyer de la Femme“ setzt ein internes „Comité de gestion“ ein, das sich für die optimale Entwicklung der MRE-Rümelingen engagiert.